Marc Antoni Nay – artista

Hinter dem Link findet sich meine ganz persönliche Sicht auf die Biennale. 

Vorweggenommen, es war wie immer und  ich bin schon seit 30 Jahren jedes Jahr dabei. Viel Schrott, aber darunter ein paar Perlen, wobei bekanntlicherweise in der Kunst jede und jeder seine Perlen anderswo findet.

Gruss aus Quinten

und

Viel Vergnügen

🌊🏝️🌊

mein Blick auf die Biennale 2026

Wirkungsfelder

surreale Kunst

Was braucht es im Minimum, damit es noch die Vorstellung von etwas im Menschen auslöst, das es eigentlich nicht ist? Es braucht nicht viel. In Wolken, unter Bergspitzen und im Halbdunkel auch an Baumstämmen erkennen wir Gestalten und Gesichter. In dieser Sphäre zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit bewegen sich unsere Figuren, auch wenn sie die Qualität der Werke ihres Vorbilds, der Natur bei weitem nicht erreichen.

Kunstgeschichte

Fünfundvierzig Jahre war ich als Kunsthistoriker unterwegs, am liebsten in den Bergen, in alten Häusern und im Mittelalter. Schwerpunkt war Graubünden, bzw. seine Vorgänger, der Freistaat der Drei Bünde und das bischöfliche Churrätien. Nach dem Studium unterrichtete ich vier Jahre an der Kantonsschule in Chur. Danach war mir klar, dass ein Vollzeitjob als Lehrer nichts für mich war. Ich unterrichtete über all die Jahre aber in Teilpensen, denn die Kunst zu vermitteln bereitete mir unheimlichen Spass. Ein wenig Kunstgeschichte mach ich noch, als ich in Venedig war, entdeckte ich gleichsam gezwungenermassen die gedrehten Säulen, die um 1480, also gleichzeitig auch im Oberengadin an bemalten Holzdecken auftreten.

Texte

Der psychische Automatismus, den Breton an den Anfang seiner Definition von Surrealismus stellt, korreliert mit seiner Art, Kunst zu produzieren, dem „automatic writing“, bei dem man möglichst unentwegt und achtlos drauflos schreibt. Dieser psychische Automatismus ist beim Maler mit einem physischen Akt anderer Art verbunden: Die Hand fährt über den Malgrund. Ob ich damit „die tatsächliche Funktionsweise des Denkens“ darstellen kann, bin ich mir nicht sicher. Ich versuche das Denken abzuschalten, ganz bei mir zu sein. Das was in mir beim „automatic painting“ abläuft, würde ich eher als ein Spüren, ein Fühlen, als ein Denken bezeichnen. Surrealismus schafft Illusionen und ist damit Teil der langen Tradition der gegenständlichen Malerei. Abertausende von Künstlern hatten als oberstes Ziel die perfekte Illusion des als wirklich Empfundenens. Im Surrealismus fehlt diese Referenz auf eine - wie auch immer zu definierenden - Realität. Er schöpft aus dem unsichtbaren Unbewussten.

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